Ich hatte mal vor längerer Zeit in meinem Blog auf die Verwendung von Trackingcodes in Emails hingewiesen. Der Artikel war aus meiner Sicht obsolet, deshalb fndet man ihn hier nicht mehr. Doch ich habe mich mit dieser Einschätzung geirrt. Leider wird dieses perfide Stilmittel der Werbung noch ausgedehnter eingesetzt als zum damaligen Zeitpunkt. Die entsprechenden Gegenmaßnahmen sind nicht immer aktiviert, auch in "modernen" Betriebssystemen nicht. Den Anwendern ist sicherlich das zielgerichtete Ausschnüffeln überhaupt nicht bewusst. Es besteht also noch mal höchste Eisenbahn.

Das Öl des Zeitalters "Internet": Ihre Daten. So möchten Unternehmen natürlich so viele Daten wie möglich sammeln. Ob es nun das Verhalten in sozialen Netzwerken oder im Web ist. Fehlt eigentlich nur noch die Email und da setzen perfide Verfolgungstaktiken ein. Seien wir alle mal ganz ehrlich. Wären wir ein Analyseunternehmen, so möchten wir doch wissen, wann eine bestimmte Werbemail geöffnet wurde. Da setzt genau der Trackingcode an.

Trackingcodes werden durch unsichtbare Bilddateien in HTML-Mails erzeugt. Diese Bilddateien werden mit der Größe 1x1 Pixel unsichtbar in eine Email eingebettet. Die Bilddatei ist mit einem Code verknüpft, der einer Gegenseite vermittelt, wann die Email geöffnet wurde, wie lange sie gelesen wurde und von wo sie geöffnet wurde. Wie funktioniert das technisch? Durch HTML besteht eine Möglichkeit entfernte Inhalte in die jeweilige Email einzubauen. Das wird hier genutzt.

Leider laden sehr viele Emailprogramme einfach entfernte Inhalte aus dem Internet. Man könnte fast meinen, man hat sich mit den jeweiligen Anbietern solcher Lösungen abgesprochen. Das Gemeine an solchen Lösungen: Sie sind nicht nur Unternehmen vorbehalten. Im Grunde kann jeder Emailabsender, auch der Private, solche Lösungen nutzen und die Privatsphäre von Mitmenschen entscheidend verletzen. Sie sehen es nicht und werden noch nicht mal Zeuge, ohne in den jeweiligen HTML-Code einer Mail einzusteigen.

Das Verfahren wird also verwendet, ohne die Empfänger auf die Verwendung hinzuweisen, es gibt auch kein "doppeltes" Opt-In Verfahren.  Man nimmt sich einfach das Recht und die Notwendigkeit heraus, das Wissen zu ermitteln, wann ein Empfängerkreis Mails liest. Erkennt man da nicht Analogien zu den Bedürfnissen eines Stalkers?

Mehr noch, ich habe es ja bereits beschrieben, diese Technologie ist nicht auf Unternehmen beschränkt.

Wie wehrt man solche Emails ab?

Es ist eigentlich ganz einfach sich gegen diese Verfolgung zu wehren. Da die Technologie durch das Laden von entfernten Inhalten funktioniert, muss man dieses Laden lediglich unterbinden. Die bekannten Emailprogramme stellen hierzu Konfigurationsparameter zur Verfügung.

MacOS Einstellungen in Apple Mail

Gehen Sie auf die Menüleiste und öffnen Sie die Einstellungen. Unter Anzeigen deaktivieren Sie bitte die Option "Entfernte Inhalte in Nachrichten laden".

Einstellungen für den Apple Mailclient unter MacOS (Nachtmodus)

iOS Einstellungen für Apple Mail

Öffnen Sie die Einstellungen über das "Einstellungen" Icon, gehen Sie auf die Mailoptionen und deaktivieren Sie den Schalter vor der Option "Entfernte Bilder laden".

Einstellungen für den Apple Mailclient unter iOS (Tagmodus)

Microsoft Outlook unter Windows

Das entfernte Laden von Bildern ist standardmäßig aktiviert.

Fazit

Daten haben in der Konsumwelt einen sehr hohen Stellenwert. Ihre Auswertung macht aus Sicht der Wirtschaft den Vorteil aus. Dem gegenüber steht natürlich Ihr Recht und Ihr Interesse an der Privatsphäre. Und nicht nur Unternehmen schnüffeln. Auch Kriminelle nutzen ähnliche Technologien. Bleiben Sie deshalb doppelt und dreifach aufmerksam!